Freitag, 18. August 2017

Sammelsurium ~ Ich bin Vielleser - ist das gut so?

Hallo zusammen,

heute mal ein Post, den ich schon länger mit mir rumschleppe und den ich schon mehrmals überarbeitet habe. Wundert euch bitte nicht, wenn ich zum Beispiel von heute (15.7) o.ä. spreche. Ich habe den Post mehrmals verschoben und überlegt ob ich ihn überhaupt posten soll und wenn ja, wann. Ich habe mich jetzt -offensichtlich- dazu entschlossen, auch wenn es gegen Ende doch mehr Rechtfertigung ist als ich wollte, aber das Thema beschäftigt mich wie gesagt schon eine Weile und wollte endlich raus :)

Ich mache mir immer mal wieder Gedanken über das Viellesen bzw. mein Leseverhalten. In den meisten Monaten lese ich mehr als viele andere Blogger oder sagen wir eher mehr als viele andere Blogger denen ich folge. Seit der ersten Klausurphase für dieses Jahr lese ich vielleicht noch mehr als sonst. Stand heute, 15.07.2017, habe ich aber im Juli bereits zwei Bücher abgebrochen und gerade eines beendet, welches mich aber sehr enttäuscht hat. Generell läuft es im Juli eher mäßig, weshalb ich mal wieder über das Viellesen nachdenke. Das heißt, heute kommen die Gedanken eher aus der Qualitätsrichtung, aber als ich den Post ursprünglich schreiben wollte, kam der Wunsch eher aus der Quantirichtung. Ich werde versuchen mich von beiden Seiten dem Thema Viellesen zu nähern.

Zunächst steht vielleicht die Frage im Raum was unter Viellesen zu verstehen ist. Das ist natürlich für jeden unterschiedlich und daher möchte ich auch keine feste Grenze setzen. Jemand der im Monat drei bis fünf Bücher liest, betrachtet vielleicht jeden Blogger ab durchschnittlich acht Büchern im Monat als Vielleser. Andere finden vielleicht das viellesen geht ab zwölf oder fünfzehn Büchern los. Das kommt doch immer stark auf die Person und die Umstände an.

 Die Quantitative Richtung
Die Idee für den Post kam mir, als ich mal wieder das Gefühl hatte mich für meine gelesenen Bücher rechtfertigen zu müssen. Warum schaffe ich es regelmäßig, das heißt nicht im Urlaub oder der vorlesungsfreien Zeit, zehn oder zwölf oder gar mehr Bücher im Monat zu lesen? Beim Erstellen meines Lesemonats oder auch beim Kommentare beantworten, hatte ich häufiger das Gefühl mich erklären zu müssen. "Aber es waren auch viele kurze Bücher..." "Ich war ja auch eine Woche krank..." "Ich hab halt sonst keine Hobbys..." Es ist nicht so, dass mir andere Blogger das schlechte Gefühl geben, das heißt es gibt eigentlich keine negativen Kommentare oder dergleichen, weshalb ich auf den Gedanken käme andere würden meinen Buchkonsum irgendwie schlecht finden. Es ist vielmehr so, dass ich mir selbst dieses Gefühl einrede. Das ich Angst habe, andere könnten schlecht über mich denken, weil ich so viel lese. Nach dem Motto "Ach die Julia, die macht ja auch den ganzen Tag nichts. Wenn ich so viel Zeit über hätte wie die, dann würde ich auch so viel lesen." Völliger Quatsch eigentlich so zu denken. Ich muss mich nur vor einer einzigen Person rechtfertigen und das bin ich selbst. Jeder Mensch ist unterschiedlich und deshalb sind die Lesegewohnheiten auch unterschiedlich und dementsprechend auch das, was man am Ende schafft. Warum ich so viel schaffe, hängt von verschiedenen Dingen ab. Ich habe keine Familie und wohne "nur" in einem Zimmer im Wohnheim. Die Uni fordert mich aktuell nicht sehr. Meine Freunde (in BA) wohnen nur zeitweise hier, sodass ich das Wochenende seit Beginn des Studiums immer für mich habe. Ich habe keine anderen Hobbys. Was mache ich also, während andere: Freunde treffen, die Familie besuchen, zum Sport gehen, einem anderen Hobby nachgehen? Lesen. Dazu kommt, dass ich kein Problem damit habe lange am Stück zu lesen. Es ist also nicht selten, dass ich sonntags ein ganzes Buch lese. Aber auch das wird sich ändern, denn die Masterarbeit steht an, ich habe einen neuen Job und dann muss ich irgendwann umziehen, eine Arbeit finden etc.

Was ich damit sagen will ist einfach, dass es okay ist viel zu lesen. Genauso wie es okay ist wenig zu lesen. Die Vielleser sollten sich nicht dafür schämen oder sich deswegen schlecht fühlen. Wenn es die Umstände hergeben ist das doch klasse. Und diejenigen die weniger lesen, sollten den Viellesern kein leichtes Leben unterstellen, wo man nur Zeit für die schönen Dinge hat. Wenn man selbst nicht viel lesen kann oder möchte, ist das auch in Ordnung. Wer lieber zwei Bücher im Monat liest und diese dafür intensiv studiert, kann das natürlich tun.


Die Qualitative Richtung
Womit ich tatsächlich schon konfrontiert wurde sind Fragen wie: Kannst du dich überhaupt noch an all die Büchern erinnern? Kannst du das Lesen noch genießen? Sollte Lesen nicht Spaß machen, anstatt in eine Art Wettbewerb auszuarten? Um die Fragen zu beantworten: Nein, Ja und Ja.

Nein, ich kann mich nicht mehr an alle Bücher erinnern. Aber mal ehrlich. Könnt ihr das? Die meisten von euch - egal ob sie viel oder wenig lesen - lesen doch sicher schon lang. Schätzungsweise seit der Kindheit, vielleicht mit längeren Unterbrechungen, aber ich gehe davon aus das die meisten schon lange lesen. Auch wenn man im Jahr nur 50 Bücher liest (d.h. etwa ein Buch pro Woche) kommen da doch schnell 500 oder 1000 Bücher zusammen. Wer soll sich denn da an alle erinnern? Und die Frage ist doch auch: Muss man das? Muss ich mich daran erinnern, was genau in Buch XY auf Seite 30 passierte, welches ich vor fünf Jahren las? Oder reicht es nicht, dass es mir damals ein paar schöne Lesestunden, ein bisschen Entspannung vor der Welt gebracht hat?

Ich habe schon öfter gesagt, dass ich mir leider sehr wenig aus Büchern merke. Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass ich so viel vergesse, weil ich so schnell und viel lese. Darüber habe ich mir nicht nur einmal Gedanken gemacht. Im Februar habe ich nur vier Bücher gelesen. Ich müsste mich an diese Bücher ja besser erinnern können, als an Bücher aus lesestarken Monaten. Kann ich aber nicht. Jetzt kann man sagen, dass ich durch die Klausuren und meine private Situation damals eh abgelenkt war und es deshalb nicht aussagekräftig ist. Vielleicht. Aber ich kenn mich gut genug um mir sicher zu sein, dass es daran nicht liegt. Es ist schon immer so gewesen, dass ich Buchdetails schnell vergesse und das wird wohl auch so bleiben. Klar ist das Schade, aber wie ich oben schon sagte: ich verbringe mit den Büchern schöne Stunden und allein dafür, lohnt sich das lesen. Damit dürfte dann auch geklärt sein, warum ich das Lesen definitiv noch genieße!

Ja, das Lesen sollte in erster Linie Spaß machen und nicht in einen Wettbewerb ausarten. Deshalb lese ich auch nicht. Ich gehe nicht mit dem Gedanken in einen neuen Monat, meinen alten Lesemonat übertrumpfen zu müssen. Sicher, ich bin ein bisschen enttäuscht wenn ich "nur" sechs Bücher in einem Monat schaffe. Aber nicht, weil ich mein Jahresziel davon schwimmen sehe, sondern weil ich an die vielen Geschichten denke, die ich gern entdeckt hätte. Wenn ich freie Zeit zur Verfügung habe, entscheide ich mich nicht fürs Lesen, weil ich unbedingt den SuB abbauen muss, oder mir noch 50 Bücher zum Jahresziel fehlen, oder ich seit fünf Tagen nicht mehr gelesen habe und ich ja irgendwas im Lesemonat vorweisen muss, sondern weil ich wirklich Lesen will. Ich mag Leselisten und ich mag Challenges, daher finde ich solche Anreize gar nicht schlimm. Für mich bedeutet das Spaß, eine kleine Herausforderung an mich selbst und vor allem eine Orientierung für meine nächste Lektüre und es ist nicht als Ansporn gedacht, noch mehr zu lesen. Und mal ehrlich, soll ich mich zwingen weniger zu lesen? Wenn der Monat noch acht Tage hat und ich schon zwölf Bücher gelesen habe, soll ich dann bewusst nichts mehr lesen, nur damit ich am Ende nicht wieder 15 Bücher in meinem Lesemonat zeige?

Ich bin Vielleser und das ist gut so! Denn ich bin ich. Das Lesen macht mir Freude, das Lesen ist mein liebstes Hobby, das Lesen und die Bücher zeichnen mich aus. Warum sollte ich mich also dazu zwingen das Lesen zu reduzieren? Ich bin Vielleser und das ist gut so!


Donnerstag, 17. August 2017

Rezension ~ Fangirl (E)

Titel: Fangirl
Deutsche Übersetzung: Fangirl
Autorin: Rainbow Rowell
Seiten: 476 Seiten
Verlag: Macmillan
Genre: Jugendbuch, Fanfictions,
Leseprobe



Inhalt:
Die 18-jährige Cath fühlt sich in der Welt des fiktiven Buchcharakters Simon Snow am wohlsten. Sie schreibt erfolgreich Fanfictions, tapeziert ihr Zimmer mit Simon Postern und ist ein absolutes Fangirl. Als sie aufs College kommt, fühlt sie sich wie ein Alien und kann nur schwer mit den Veränderungen umgehen. Ihre Zwillingsschwester Wren möchte sich kein Zimmer mit ihr teilen und macht lieber Party als nächtelang mit Cath zu schreiben. Ihre Mitbewohnerin Reagan hasst Cath offensichtlich und ist sowieso immer nur unterwegs und richtige Freunde findet sie auch nicht. Aber anders als in ihren Fanfictions hält sie in der echten Welt nicht die Fäden in der Hand. 

Meine Meinung:
Mittlerweile hat vermutlich jeder von diesem Buch gehört und es gegebenenfalls auch schon gelesen. Ich wollte das Buch unbedingt lesen bevor es doch noch auf Deutsch erscheint, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme es in meiner Muttersprache zu lesen. Hat nicht geklappt, aber glücklicherweise finde ich das deutsche Cover sehr unschön und bin daher bei der englischen Ausgabe geblieben. 

Ich lese relativ viele Fachliteratur auf Englisch, aber keine Unterhaltungsliteratur. Das habe ich schon gemerkt, weil ich zwar inhaltlich alles verstanden habe, aber gefühlt sind mir die Zwischentöne und die Anspielungen entgangen. 

Es fiel mir überraschend schwer in die Geschichte einzutauchen. Sicher lag das einerseits an der ungewohnten Lesesituation, aber auch die Handlung konnte mich überhaupt nicht fesseln. Das hat mich sehr erstaunt, weil Cath mir sehr ähnlich ist. Zwar kann ich mich mit dem Fanfiction Part nur noch rückblickend identifizieren, weil ich nicht mehr schreibe, aber auch darüber hinaus konnte ich viele Gemeinsamkeiten entdecken. 

Bei den anderen Charakteren war das leider nicht der Fall. Cath Zwillingsschwester Wren finde ich eine schreckliche Person. Sie ist unsensibel, respektlos und egoistisch. Die Zwillinge haben bis zum College alles gemeinsam gemacht: Ein Zimmer geteilt, die Simon Snow Leidenschaft geteilt, eine schwere Zeit in der Kindheit zusammen durchgestanden. Ich finde ihren Wunsch verständlich, sich von Cath abnabeln zu wollen. Eigene Freunde, ein eigenes Zimmer, ein anderer Studiengang. Aber in anderen Punkten behandelt sie Cath so scheiße, das ich es unmöglich finde. Es gibt weitere Nebencharaktere die ich schrecklich fand, aber dazu sage ich aus Spoilergründen nichts.

Zwischenzeitlich hatte ich vor allem wegen diesen schrecklichen Personen überhaupt keine Lust mehr zu lesen und hätte das Buch am liebsten in die Ecke geworfen. Aber weil ich ja unbedingt mehr englisch lesen will, habe ich nicht abgebrochen. Die letzten 150 Seiten haben mir dann auch richtig gut gefallen.

Das Besondere an dieser Geschichte ist zweifellos Cath Leidenschaft für Fanfictions. Sie ist großer Simon Snow Fan, welcher ein Buchcharakter aus einer achtteiligen Serie und eine Anspielung auf Harry Potter ist. Jedes Kapitel endet mit einem Textauszug aus Cath Fanfictions oder aus einem der Simon Snow Bücher. Ich fand diese Idee und den Aufbau sehr gelungen, aber inhaltlich war das nicht so meins. Ich hatte oft das Gefühl mir fehlt das Hintergrundwissen um diese Ausschnitte zu verstehen. Und letztlich ist das ja auch so, denn dem Leser fehlen sieben bzw. acht Simon Snow Bände, die es ja gar nicht gibt. Vielleicht hätte ich diesen Zusammenhang zwischen der eigentlichen Geschichte und den Einschüben auf Deutsch tatsächlich besser verstanden.

Fazit:
Ein Jugendbuch, das sicher unterhalten kann. Den Hype ist es aber für mich nicht wert, da ich doch zu oft genervt war und die Handlung stellenweise zu langsam fortschritt. 

 


Mittwoch, 16. August 2017

Aktion ~ Cover Theme Day #1

Hallo zusammen,

Charleen startet heute mit einer neuen alten Aktion, bei der ich gern dabei bin. Ich liebe (schöne) Cover und diskutiere darüber fast noch lieber als über den Inhalt :D Die Aktion ist also genau mein Ding. Ich mag lieber Theme die man freier interpretieren kann (weiße Schrift ist weiße Schrift, aber bei Flugobjekten könnte man neben Flugzeugen und Heißluftballons auch etwas zeigen, dass von einem Katapult durch die Gegend geschleudert wird. Oder so), daher werde ich wohl nicht jede Woche teilnehmen. Aber wenn ich schöne Cover zur Hand habe, bin ich gern dabei.

Das Thema heute: Zeige ein Cover mit einem weißen Schriftzug

Mein Herz ruft deinen Namen - Susanna Tamaro
"Nichts im Leben ist je wirklich hoffnungslos und nichts vergeblich ...
»Wenn das Leben ein Weg ist, so ist es ein Weg, der immer bergauf führt", hat Susanna Tamaro einmal geschrieben. Diese Weisheit muss auch der Held ihres neuen Romans schmerzlich begreifen, als er seine geliebte Frau und ihr gemeinsames Kind bei einem unerklärlichen Unfall verliert. Seit »Geh, wohin dein Herz dich trägt« hat Susanna Tamaro keinen so reichen und berührenden Roman mehr geschrieben. Ein Buch voller Weisheit, Spiritualität und Liebe." (Quelle: Verlagsseite)

Ich zeige euch heute dieses Buch, obwohl ich es noch nicht gelesen habe und daher noch nichts dazu sagen kann. Allerdings möchte ich es heute beginnen. Das Cover gefällt mir gar nicht und ich hätte das Buch so im Laden auch nie betrachtet. Es ist zwar eine nette Idee, dass Blatt wie eine Blume zu formen, aber es trifft nicht meinen Geschmack.
Das Buch habe ich mir deshalb zu Weihnachten gewünscht, weil es Janines Lieblingsbuch ist. Sie schwärmt immer sehr davon (Rezension) und daher wurde ich neugierig. Ich habe ein bisschen Sorge, dass meine hohen Erwartungen mir wieder zum Verhängnis werden und das es mir zu spirituell sein könnte, aber ich möchte es zumindest versuchen. 





Dienstag, 15. August 2017

Rezension ~ Der wahre Schimanski

Titel: Der wahre Schimanski
Autor: Heinz Sprenger
Seiten: 208 Seiten
Verlag: riva
Genre: Erfahrungsbericht, wahre Verbrechen
Leseprobe




Inhalt:
Heinz Sprenger berichtet über viele verschiedene Fälle seiner Laufbahn als Polizist, während der er über 20 Jahre Mordkommissionen in Duisburg leitete. Dabei ist er schonungslos ehrlich. Er schreibt über Fälle, in denen er in gewisser Weise Verständnis für die Täter aufbringen konnte, kritisiert aber auch die Politik scharf, zum Beispiel in Bezug auf das Datenschutzgesetz. Nicht fehlen dürfen in diesem Buch natürlich die Mafiamorde von Duisburg, bei denen sechs Menschen erschossen wurden und die zu den bekanntesten Fällen des Ermittlers zählen.

Meine Meinung:
Auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass in Duisburg sechs Menschen vor einem italienischen Restaurant erschossen wurden. Dieser Fall ging als die Mafiamorde von Duisburg durch die Medien, gehörten die Opfer doch zur kalabrischen Mafia `Ndrangheta (siehe unten). Der Autor dieses Buches ermittelte damals in diesem Fall und ist daher dem ein oder anderen vielleicht in diesem Zusammenhang in den Nachrichten oder der Tageszeitung begegnet. 

Ich habe Heinz Sprenger erst letzte Woche bei einer Lesung gesehen und kann daher sagen, dass er schreibt wie er spricht. Offen, ehrlich, schonungslos. Während der Lesung hat er manchmal Dinge gesagt, wo man erstmal kurz die Luft anhält und sich fragt ob er das jetzt wirklich gesagt hat, aber es ist meiner Meinung nach viel Wahres dran. 

Die Fälle sind überwiegend spannend aufbereitet und nichts für schwache Nerven. Es fängt beispielsweise mit einem Kannibalen an und geht mit einem eiskalten Mord wegen Telefonsex weiter. Was mich ein bisschen gestört hat, ist die Anordnung der Mafiamorde. Diese sind, wohl weil sie der spektakulärste und größte Fall Heinz Sprengers waren, umfassend beschrieben und daher in drei Teile geteilt. Mit dem ersten beginnt das Buch, der zweite folgt in der Mitte und der dritte gegen Ende. Ich hätte lieber ein Kapitel von 30 Seiten gehabt, aber dafür alles am Stück. 

Schon bei der Lesung hat man gemerkt, dass Heinz Sprenger gern erzählt und vor allem auch viel zu erzählen hat. Das finde ich klasse, aber man merkt das auch im Buch und das ist manchmal ein bisschen anstrengend. Er kommt von einem Fall zum nächsten, reißt einige aber nur an und dann endet das Kapitel plötzlich. Ich hatte mehrmals das Gefühl es fehlt etwas, weil die Kapitel auf einmal beendet waren. Ich hätte mir da etwas pointiertere und rundere Erzählungen gewünscht. 

Fazit:
Insgesamt ist das eine sehr spannende Sammlung kriminalistischer Fälle, von einem Mann dem man seine Erfahrung anmerkt. Wer sich für Kriminalistik und wahre Verbrechen interessiert, sollte sich das Buch unbedingt anschauen. Und keine Sorge: Ich komme auch nicht Duisburg. Falls Heinz Sprenger nochmal eine Lesung abhält, solltet ihr euch diese nicht entgehen lassen.  

Informatives Sammelsurium: 
 
 
 

Mittwoch, 9. August 2017

Rezension ~ Wüstenblume

Titel: Wüstenblume
Originaltitel: Desert Flower
Autorin: Waris Dirie mit Cathleen Miller
Seiten: 280 Seiten
Verlag: Ullstein
Genre: Biografie, Somalia




Inhalt:
Waris Dirie wächst als Nomadin in Somalia auf. In diesem Buch berichtet sie von ihrer Kindheit in der Wüste, von der grausamen Beschneidung die ihr wiederfahren ist und von ihrer Flucht aus dem Schoß der Familie. Sie berichtet von ihren ersten Jahren in Europa, ihrem Weg zum erfolgreichen Model und schließlich zur UN-Sonderbotschafterin. 

Meine Meinung:
Ich habe diese Lektüre ewig vor mir hergeschoben, auch wenn mich Waris Geschichte sehr interessiert hat. Ich wusste schließlich, dass es um das Thema Beschneidung geht und ich hatte Angst vor diesen Szenen. Diese Szenen sind auch tatsächlich nicht ohne und ich musste die Lektüre unterbrechen, weil ich nicht weiterlesen konnte. Das passiert mir selten. 

Davon abgesehen enthält man interessante Einblicke in das Leben einer Nomadenfamilie. Bis zu ihrem 13./14. Lebensjahr lebte Waris mit ihrer Familie in den Wüsten Somalias und folgte der Spur des Wassers. Erst als sie verheiratet werden soll, flieht sie. Diese Zeit war für mich am interessantesten, weil dieses Leben mir völlig fremd ist. Auch später, als sie zum ersten Mal nach Europa kommt, habe ich ihre Geschichte neugierig verfolgt. 

Irgendwann kippt die Erzählung meiner Meinung nach, aber ich kann nicht genau sagen ab wann das passiert. Ich hatte zunehmend das Gefühl die Autorin fasst die Stadien ihres Erwachsenenlebens zusammen, so etwas wie ein ausformulierter, ausführlicher Lebenslauf, anstatt den Leser wirklich mit in ihre Welt zu nehmen, so wie es in den Szenen in ihrer Kindheit der Fall war. 

Fazit:
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man sich für das Leben einer Nomadenfamilie in Somalia interessiert oder einfach mehr über Waris Dirie erfahren möchte. Ihre Erzählungen über ihr Erwachsenenleben hingegen, sind meiner Ansicht nach nicht ansprechend aufbereitet.